MANIFEST

Periander, Sohn des Kypselos, aus Korinth sprach (Περίανδρος Κυψέλου Κορίνθιος ἔφη):

Habe das Ganze im Sinn. (Μελέτη τὸ πᾶν)

Senioren haben ein Recht in unserer Gesellschaft ebenso wahrgenommen zu werden wie alle anderen Altersgruppen.

Sie sind die Bevölkerungsgruppe mit der meisten Lebenserfahrung, der höchsten Kaufkraft, getaner Leistungen im Beruflichen wie im Privaten. Senioren haben viele Lebenskrisen überwunden oder stecken gerade in einer.

Die Ästhetik und der Wert des Alters können durch zielorientiertes, theaterpädagodisches Arbeiten neue Ausdrucksformen und eine öffentliche Plattform bekommen.

Alt-Sein“ betrachtet unsere Gesellschaft als „ unattraktiv“. Diese Einstellung entfremdet den Menschen von natürlichen Prozessen, spaltet Generationen, macht Bewertungen des Menschlichen oberflächlich und negiert den Kreislauf des Lebens per se.

Theater mit älteren Menschen kann humorvoll, leicht, authentisch und sehr berührend sein.

Theater mit älteren Menschen darf keine Klischees reproduzieren, keine neue Masken von „Jugendlichkeit“ erzeugen, und muss den Mut haben, Schwächen als wertvollen Ausdruck des Mensch-Seins zu ergründen.

Die Arbeit mit älteren Menschen kann jegliche Begrenzungen von Konventionen, Kindheitsmustern und gesellschaftlich erlernten Verhaltensweisen sichtbar machen und zum Kern des gereiften Individuums führen.

Die Beschäftigung mit dem Alter bietet der Gesellschaft eine Chance, ihre eigenen Werte und Kategorien neu zu reflektieren. Die Wertschätzung des älteren Menschen, das Interesse für sein Innenleben und seine eigenwillige Form sich auszudrücken, ist ein Gradmesser dafür, wie bewusst diese Gesellschaft in ihrem Tun und ihren Zielsetzungen wirklich ist.